Dolomitenhöhenweg - Alta Via Nr. 1

Dolomiten-Höhenweg | Alta Via

#1

Viele starten ja in München und gehen dann über den Dolomiten Höhenweg Nr. 1 nach Venedig. Aber was soll ich in München. Also starte ich am Pragser Wildsee. Zusammen mit hunderten Urlaubern, für die der Pragser Wildsee zum Glück aber auch schon das Ziel ist. Und so wird es auf den Wanderwegen oberhalb des Sees schnell etwas ruhiger. Zumindest für kurze Zeit.


Es fängt gut an: die trüben Wetterprognosen treiben mich noch in Zürich in den Outdoor-Laden, wo ich mir einen leichten Schirm hole. Man kann sich noch so gut in Gore-Tex einwickeln, Island hat mir im letzten Jahr gezeigt, dass das alles nichts nützt, wenn es richtig regnet. Und dort gab es noch nicht einmal Gewitter. Eine halbe Stunde, oder eine Stunde, und der beste Stoff lässt das Wasser durch. Auf dem Weg nach Südtirol ist der Schirm aber schon wieder Geschichte: ich habe ihn zu schlampig in die Seitentasche des Rucksacks gestopft und jetzt ist er weg, ohne überhaupt einmal nass geworden zu sein. Hoffentlich hält er nun zumindest jemand anderes trocken.
Die Wanderung ist auch ein wenig eine Erinnerung an meinen verstorbenen Vater Norbert. Travenanzes, Tofane, Pelmo, Cadore oder Civetta, viele Namen hier kommen mir vertraut vor, obwohl ich an einigen dieser Orte und auf den meisten der Berge noch gar nicht war. Ich kenne sie aus den Erzählungen seinen Erzählungen, als er -damals noch jung- manchmal in diesen Bergen unterwegs war.



Tag 1 | Pragser Wildsee - Peter
Menschenmassen und Murmeltierhorden

Tourenbericht Pragser Wildsee - Pederü

Ich halte mich nicht lange auf. Trotz schlechtem Wetter ist hier eine Menge los. Ich mache ein paar Fotos vom -zugegebenermassen- immer noch pittoresken Bootssteg mit dem wolkenverhangenen Seekofel im Hintergrund, dann fängt es leicht an zu regnen und ich marschiere los. Am Ende des Sees zweigt der Weg ins Tal vom Uferweg ab und es wird kurz ruhiger. Aber auch anstrengender. Der Aufstieg ist steil und es ist schwül. An der Scharte Porta Sora al Forn mache ich eine kurze Pause und esse mein Brot. Am Col di Siòres zieht es plötzlich merklich zu und erste Regentropfen fallen. Ich eile zur nahen Senneshütte und suche dort Unterschlupf. Leider muss ich noch weiter, da ich im Berggasthof Pederü für diese Nacht reserviert habe. Angesichts des Wetters doch auch eine glückliche Entscheidung. Allerdings muss ich erst einmal dorthin kommen. Also ziehe ich die Regenkleider an und laufe los. Ich komme triefend nass in Pederü an, dort kann ich aber alles trocknen und warm duschen. Das Zimmer teile ich mir mit einer Gruppe Amerikaner und einer Australierin, alle ebenfalls auf der Alta Via 1 unterwegs. Ich esse ausgezeichnet zu Abend gönne mir dazu ein gutes Glas Wein.



Tag 2 | Pederü - Lagazuoi
Auf alten Kriegswegen durch den Naturpark

Tourenbericht Pederü - Lagazuoi

Das leckere Frühstück macht die schlechte Nacht im wackligen Stockbett schnell vergessen und in der Kühle des Morgens bin ich bereits um acht Uhr auf dem Weg. Je weiter ich hoch komme, desto besser wird das Wetter und bei der Lavarella-Hütte strahlt bereits die Sonne von einem nur noch wenig bewölkten Himmel. Ich mache den kleinen Umweg zum Grünsee und teile mir dessen Ufer mit einem dicken Murmeltier, das sich kaum die Mühe macht, wegzulaufen. Dann ist da noch eine Gruppe junger Kälber, die mich neugierig prüfen. Vom Limosee wandere ich die wenigen Meter hinunter zur Gross Fanes Alm, wo ich mit einem Kaiserschmarren Energie in mich hinein schaufle, um für den kommenden Aufstieg in die Fanesseescharte gerüstet zu sein. Aussichtsreich geht es durch das Reich der Fanes, ganz im Westen ist sogar der Schlern mit der markanten Santnerspitze zu sehen, von der Scharte dann geht es steil hinunter zum Lagazuoisee, die mühsam erkämpften Höhenmeter lösen sich buchstäblich in Luft auf. Noch laufen viele Wanderer vom Lagazuoi hinunter zum See, sie werden entweder auf der Scotoni Hütte übernachten oder noch hinunter ins Tal gehen. Oberhalb des Sees wird es bald ruhig und ich finde einen schönen Platz für das Zelt. Es klart immer mehr auf und der Himmel ist bis zur Abenddämmerung wolkenlos.



Tag 3 | Lagazuoi - Nuvolau - Croda da Lago
Über den Wolken

Tourenbericht Lagazuoi - Nuvolau - Croda da Lago

Kurz nach ein Uhr morgen wache ich auf, Regen trommelt auf das Zelt und ich bin etwas unruhig. Angesichts dessen, dass kein Niederschlag zu erwarten war, habe ich das Zelt am Rand einer kleinen Mulde aufgestellt. Der Regen dauert zum Glück nicht all zu lange, und ich schlafe weiter. Beim Frühstücken regnet es erneut, hört aber ebenfalls bald wieder auf. Unter einem wolkenverhangenen Himmel baue ich das Zelt ab und wandere los. Ein paar perfekt getarnte Schneehühner kreuzen meinen Weg zur Forc. di Lagazuoi.
Nach der Scharte werden die Markierungen des Dolomiten Höhenwegs spärlicher, bis sie irgendwann ganz aufhören. Und das, obwohl es eigentlich Belluneser waren, die die Dolomiten-Höhenwege erfunden haben. Da der Weg immer gut markierten und instand gehaltenen Wanderwegen folgt und es heute natürlich auch digitale Hilfsmittel gibt und man sich deshalb nur mehr sehr schwer verlaufen kann, freut man sich trotzdem immer, wenn man das blaue Dreieck mit der Nummer 1 sieht. Aber ich tue den Bellunesern unrecht: ab der Coldaihütte ist der Weg wieder mit den blauen Dreiecken geschmückt. Und das nicht zu knapp, es vergehen dann kaum je zwei Gehminuten, ohne auf die Markierung des Dolomiten Höhenwegs zu stossen.
Der Abstieg vom Lagazuoi kann trotz neu angelegtem Weg nicht verdecken, dass das Gelände durch die Skipiste ganz schön verunstaltet ist. Zum Glück ändert sich das auf der anderen Seite des Passo Falzarego schnell wieder. Hier ist zwar auch viel los -die sportlicheren Besucher des Rifugio Nuvolau  nehmen diesen längeren Weg- dafür führt der Weg einmal mehr aussichtsreich westlich an den Averau heran und dann unter den mächtigen Südwänden vorbei hinüber zum Rifugio Nuvolau. Ich halte mich nicht lange auf und steige über das Rifugio Cinque Torri ab, um auf der anderen Seite hinauf zum Rifugio Croda da Lago zu wandern. 

Rifugio Nuvola

Wolken umspielen die Gipfel von Cristallo, Sorapis und Antelao und hin und wieder nieselt es. Trotzdem lasse ich mir einen Sprung in den See nicht nehmen. Und es tut gut, ebenso wie der Kaffee danach am urigen Schutzhaus.
An der Forcella Ambrizola fügen sich Start und Ziel, Anfang und Ende der Tour zusammen. Im Norden sieht man den Seekofel, im Süden hinter Pelmo und Civetta bis weit in die südlichen Belluneser Dolomiten hinein. 
Etwas weiter, an der Forcella Col Duro frage ich den Bauer, ob ich hier mein Zelt aufschlagen kann. Am gegenüberliegenden Hang beobachte ich hunderte Schafe, die die Hirten für die Nacht zusammentreiben. 
Ich koche mein Abendessen, dann mache ich noch einen Kaffe und prüfe den Wetterbericht für die kommenden Tage. Die Vorhersage erhärtet sich, dass in den letzten beiden Tagen eine Schlechtwetterfront hereinbricht. Die letzten Ausläufer eines Hurrikans aus der Karibik. Da will ich nicht im Klettersteg an der Schiara festhängen. Also bleibt mir nur noch die Wahl zwischen früher abbrechen oder einfach schneller laufen. Ich beschliesse, schneller zu laufen. Bleiben noch vier Tage, bis ich Belluno erreichen muss. 

Rifugio Croda da Lago


Tag 4 | Croda da Lago - Rifugio Tissi
Im Schatten des Pelmo

Tourenbericht Croda da Lago - Rifugio Tissi

In der Nacht war es kalt und am Morgen liegt Reif auf dem Zelt und auf der Wiese.
Ich mache mir Frühstück, während die Sonne aufgeht und langsam die umliegenden Berge rot einfärbt. Ich packe zusammen, dann laufe ich los. Weiter unten an der Almhütte sitzen zwei Wanderer, sie haben wohl auch hier heroben übernachtet.
Ich mag diese Stille am Morgen. Hier brauche ich keine Meditation oder Yoga oder was es sonst noch so alles gibt, mit den Kursen und den Anleitungen und Regeln. Ich brauch das nicht. Das hat mich ehrlich gesagt auch noch nie interessiert. Ein Ziel vor Augen. Und dann - einfach gehen, während ich langsam die warme Morgensonne im Gesicht spüre. 

Der wenig bekannte Monte Cernera leuchtet in der Morgensonne

Der Weg führt hinunter in den Wald und hinüber in die Schotterflanken unter der Nordwand des Pelmo, die noch im Schatten liegt. Ganz klein ist man hier. 
Am Passo Staulanza trinke ich einen Kaffee im gleichnamigen Restaurant, das von Marco Sala geführt wird, einem italienischen Profialpinisten, der zahlreiche Expeditionen unternommen hat, unter anderem auf mehrere 8000er. Mein Ziel liegt heute näher, aber im Weitergehen beginnt die rechte Schulter zu schmerzen. Ich beisse die Zähne zusammen und reihe mich in die Menschenmengen ein, die zum Rifugio Adolfo Sonini al Coldai und zum Lago Coldai wollen. Nach dem See wird es wieder ruhiger, während der Weg wie auf einer Terrasse unterhalb der mächtigen Nordwestwand der Civetta zum Rifugio Tissi führt. Dort warte ich einen kurzen Regenschauer ab, dann laufe ich noch weiter bis zum Col del Camp, wo ich etwas versteckt mein Zelt aufbaue. Ich bin müde und schlafe bald ein, während sich draussen die Wolken verziehen, sodass ich am Morgen den kühnen Torre Venezia beim Blick aus dem Zelt sehen werde.



Tag 5 | Rif. Tissi - Forc. Moschesin, Rif. Sommariva 
Beeindruckende Civetta

Tourenbericht Rif. Tissi - Forc. Moschesin, Rif. Sommariva 

Wieder packe ich nach dem Frühstück schnell zusammen und mache mich auf den Weg hinunter zum Rifugio M. Vazzolèr am Fuss des Torre Venezia, der oberhalb der Tannenbäume in den Himmel ragt. Traumwetter. Ich trinke einen Macchiato, dann folge ich einer Mädelsgrupoe dem Schotterweg hinunter. Gegenüber ragt steil der Monte Agner in den Himmel. Schliesslich zweigt ein Steig rechts ab, der mich nun westlich der Moiazza, die Palagruppe im Blick nach Süden führt. Der Weg ist abschüssig oder grob verblockt, einige Stellen sind mit Seil gesichert, sodass ich mich auf meine Schritte konzentrieren muss. Ich treffe auf ein paar junge Belgier, mit denen ich mich eine Weile unterhalte, dann laufe ich alleine weiter und erreiche kurz vor dem Mittag das auf einer Kanzel gelegene Rifugio Carestiato.
Ich esse ein Brot mit Pastin, einer typische Belluneser Spezialität. Dann geht es in der Mittagshitze zum Passo Duran und die Strasse ein Stück hinunter, bis in einer Kehre links der Wanderweg zur Forcella Moschesin abzweigt. Ab hier werde ich bis am Abend niemanden mehr treffen. Ganz alleine quere ich unter den Cime Tamer hinauf zur Malga Moschesin. Weit und breit niemand, also setze ich mich kurz in den Brunnen, während die Kleider und danach auch ich selber in der Nachmittagssonne trocknen. Frisch gewaschen suche ich mir am Pass einen Platz für das Zelt. Mittlerweile ziehen Nebel auf und ich bin froh, den Reisverschluss vom Eingang hinter mir zuzuziehen. 

Der mächtige Mont Agner zieht die Blicke im Abstieg vom Rifugio M Vazzolèr auf sich
Rückblick zur Civetta


Tag 6 | Rif. Sommariva - Bivacco Màrmol
Und draussen das Meer

Tourenbericht Rif. Sommariva - Bivacco Màrmol 

Ein wunderbarer Morgen. Und ein langer Tag wartet auf mich. Nach einer halben Stunde auf den Beinen gerate ich in eine grössere Gruppe Wanderer, die gerade am Rifugio Sommariva aufgebrochen sind. Unsere Wege werden sich heute noch ein weiteres Mal kreuzen. Fürs erste überhole ich sie aber und laufe bald wieder alleine in Richtung Cime de Zità. Es ist fantastisch: blauer Himmel und Dolomiten so weit das Auge reicht. Nach Norden kann ich einen Grossteil der Alta Via überblicken. Der Weg wird steiler und kurz muss ich die Hände zu Hilfe nehmen. Dann stehe ich am Pass und entscheide, auf Steigspuren zur nahegelegenen Cima de Zità Sud aufzusteigen, um von dort nochmals nach Norden in die Dolomiten zu blicken.

Die Marmolada-Südwand
Die Pole von Osten gesehen
Kurz vor der Cima de Zita Sud

Der Abstieg ist steil und etwas oberhalb des Rifugio Pian de Fontana auch abschüssig, dafür an einigen Stellen drahtseilversichert. An der Hütte herrscht eine angenehme Ruhe. Die Weitwanderer sind schon aufgebrochen oder noch nicht angekommen, Tagestouristen verirren sich nur wenige hierher, zu lange ist der Aufstieg. Hinter der Hütte steige ich ab, um dann den langen und beschwerlichen Aufstieg zum Bivacco Màrmol anzutreten. Am Bach fasse ich nochmals Wasser, es ist die letzte Trinkwasserquelle bis zum kommenden Tag, dann geht es steil bergauf. Eine Gruppe Carabiniere kommt mir entgegen, sie sind hier mitten im Nationlparl Belluneser Dolomiten stationiert und übernehmen auch wissenschaftliche Tätigkeiten. 
Nach der Forcella Lavaretta führt der Weg prächtig wie auf einem Balkon durch die Westflanke der Cima della Scala dann bin ich alleine im Anstieg zur Forcella del Màrmol. Di meisten steigen hier ab ins Tal, um den Klettersteig in der Schiara zu umgehen. Ich steige hinauf und über den versicherten Weg erreiche ich den Bivacco Màrmol, während Nebelschwaden an die Südflanke der Schiara heranwogen.



Tag 7 | Bivacco Màrmol - Belluno
Durch die wilde Schiara

Tourenbericht Bivacco Màrmol - Belluno

Ich war nicht alleine im Biwak: Romel, ein Bologneser mit Bengalischen Wurzeln ist ein eingefleischter Weitwanderer und auch auf dem Höhenweg unterwegs. Wir unterhalten uns prächtig und tauschen Geschichten von unseren Bergerlebnissen aus. Den steilen Klettersteig steigen wir getrennt ab, aber auf dem Rifugio 7. Alpini treffen wir uns wieder und gehen -nach einem Kaffee in der Schutzhütte gemeinsam den Weg hinaus nach Bolzano Bellunese. Die Schlechtwetterfront kündigt sich mit leichten Nieseregen an, mehr macht uns aber der Verkehr auf der Hauptstrasse hinunter nach Belluno zu schaffen. Hier gibt es leider keinen Wanderweg und wir sind froh, als wir endlich die Stadt erreichen. Am Bahnhof verabschiede ich mich von Romel, dann laufe ich in die Stadt. Etwas essen, dann ins Hotel die grosse Dusche, bevor ich die Altstadt von Belluno erkunde.
In der Nacht setzt der grosse Regen ein. Ich bin froh, nicht mehr in den Wänden der Schiara zu sein. Trotzdem war es schön da oben.

Rifugio 7° Alpini

Praktische Informationen

Länge und Schwierigkeit
Der Höhenweg Nr. 1 gilt als einer der leichteren Dolomiten Höhenwege, zumindest wenn man die Durchquerung der Schiara auslässt und frühzeitig nach dem Rif. Pian de Fontana durch das Valle di Vescovà ins Val Cordevole absteigt. In der Schiara wartet auf der Originialroute noch der mittelschwere (B/C) Klettersteig und eine Übernachtung in der Biwakschachtel Bivacco Màrmol.
Da die Ausrüstung auf der ganzen Strecke mitgetragen werden muss, habe ich neben einem leichten Skitourengurt nur eine Selbstsicherungsschlinge anstelle des Klettersteigsets verwendet. Nicht gerade eine TÜV-geprüfte Ausrüstung für einen Klettersteig, aber unter den gegebenen Unständen für mich ausreichend. 
Ich habe den Weg in 7 Tagen gemacht, die in etwa den beschriebenen Etappen entsprechen. Ursprünglich wollte ich den Weg in 9 Tagen gehen, aber aufgrund einer Schlechtwetterfront habe ich mich beeilt. Den Gipfel des Lagazuoi habe ich daher ausgelassen, zum einen weil ich dort schon öfters war, zum anderen, weil an diesem Morgen das Wetter und die Sicht nicht sonderlich gut waren und der Aufstieg ab der Forc. Lagazuoi zudem auch nicht besonders schön ist. Aufgrund der vielen Schutzhütten lässt sich die Länge der einzelnen Etappen beliebig variieren.
Übernachten
Ich habe die Etappen hier von Hütte zu Hütte beschrieben, ich selber habe mit Ausnahme vom Berggasthaus Pederü und dem Bivacco Màrmol immer im Zelt übernachtet. Ich schätze die Freiheit und Flexibilität beim Zelten. Während in Südtirol das hochalpine Biwak, das im übrigen nicht genauer definiert ist, grundsätzlich und auch in den Naturparks erlaubt ist, ist das Campieren im Veneto verboten. Wie scharf diese Regelung ausgelegt wird, ist schwer einzuschätzen. Unter Einhaltung der üblichen Grundsätze (kein Feuer, nichts zurücklassen, ruhig sein) kann ich das Zelten für mich vertreten, schlussendlich muss es jeder selber wissen. Nicht zuletzt, wenn man sieht, wieviele tausende Personen mancherorts täglich mit Liften und Seilbahnen hochgeschaufelt werden, halte ich das Zeltverbot für ein Feigenblatt. Allerdings gibt es der Obrigkeit die Möglichkeit, Campingparties und den mittlerweile etwas ausuferndem Vanlife-Tourismus mittels Strafen und Wegweisung zu unterbinden. Aufgrund dieser verzwickten Rechtslage gebe ich die Etappen immer mit Übernachtungsmöglichkeiten auf Schutzhütten an.


Essen und Wasser
Man is(s)t in Italien. Und dementsprechend isst man auch auf den zahlreichen Hütten ausgezeichnet, sodass es sich nicht nur nicht lohnt, viel an Proviant mitzunehmen, es ist auch eine Qual, mittags an den Schutzhütten vorbeizulaufen, während der Duft von Knödel, Kaiserschmarren und Polenta in der Luft liegt.
Anders sieht es mit Wasser aus, das ist oft nur bei den Hütten verfügbar und muss manchmal auch dort gekauft werden. Dazwischen gibt es manchmal Brunnen, Quellen und Bäche, bei den Bächen habe ich dafür einen Filter verwendet. 


Literatur
ROTHER Wanderführer, Dolomiten Höhenwege 1-3, Franz Hauleitner