Brasilien - Ceara

BRASILIEN - CEARA
Land an der Sonne

Fortaleza

Als wir ankommen, ist es schon dunkel. Es wird schnell dunkel am Äquator. Unsere Wohnung ist im 13. Stock und wir haben eine gute Aussicht auf die Bucht vor der Stadt. In der Ferne sieht man die Lichter einiger Frachtschiffe. Wir geniessen die laue Abendluft.
Fortaleza ist eine hastige Stadt. Laut und voller Baustellen. ein Hochhaus reiht sich an das andere. Überall rollt der Verkehr.
Den zweiten Tag verbringen wir an der praia do futuro. Der Atlantik wirft hier meterhohe Wellen an den Strand, der sich erst am Horizont verliert und scheinbar endlos ist. Man sitzt keine fünf Minuten in Ruhe, ständig will einem etwas verkauft werden. Von Camarões über Käse am Stiel -was auch immer das ist- bis zu den üblichen Souvenirs.
Die Fahrt in das Museo do Cachaça wird zur Odyssee. Wir wollen mit dem Bus fahren und kommen nach gut zwei Stunden auch in die richtige Stadt in der Peripherie von Forztaleza. Aber dann wird's schwierig: Wir fragen drei Leute nach dem Bus, erhalten drei verschiedene Antworten, die sich etwas später allesamt als falsch erweisen. Schlussendlich fahren wir die letzten Kilometer mit dem Taxi und sind froh, dass zumindest der Taxifahrer sein Revier kennt.

Fortaleza
Im museo do cachaça, sozusagen dem "Schnapsmuseum"
praia do futuro


Jericoacora
Nördlich von Fortaleza

Eine holprige Strasse führt von Fortaleza gut 300km nordwärts nach Jeri. Doch bevor man das kleine Dorf erreicht, muss man umsteigen. Auf einen Geländewagen, ohne den auf den sandigen Pisten kein Vorwärtskommen ist. Kurz vor dem Ziel führt die Strasse entlang von kleinen Tümpeln durch eine Wüstenlandschaft. Wanderdünen beherrschen das Bild und scheinen den Ort zu belagern, der sich schutzsuchend an einen kleinen Hügel lehnt, vom Meer und dem Sand gezeichnet.
Beliebt bei Kite-Surfern, weiss man auch ohne Schirm wie sich beschäftigen. Ein Ausflug mit dem Buggy bringt uns entlang der Küste nach Norden, zu den Seepferdchenkolonien in den Süsswasserlagunen gleich hinter der Küste. Dann geht's weiter der Küste entlang und hinein in die Dünenlandschaft. Der vom Wind ins Gesicht gepeitschte Sand wird langsam unangenehm und wir sind froh, zur Mittagszeit eine Lagune zu erreichen, in der wir den Rest des Tages gemütlich verbringen.
Am Abend erwacht das Leben in Jericoacoara. Die Restaurants servieren den frisch gefangenen Fisch, auf der Strasse wird gegrillt und am Strand haben sich eine Gruppe Barkeeper mit ihren Cocktail-Wagen in Position gebracht und verlängern die Gasse mit ihren Karren bis fast zum Meer. Wir erweisen uns als gute Kunden und der ein oder andere steht irgendwann hinter dem fahrbaren Schanktisch und mixt sich seinen Moijto selbst.

pedra furada
Wer gerne Fisch isst, ist hier richtig
Verdursten wird man auch nicht...
...notfalls muss man selbst ran
netter Versuch
Beim überqueren des rio Guriù
lago da torta, westlich von Jericoacoara
lagoa Azul


 
Morro Branco - Beberibe
Südlich von Fortaleza
Die falesias von Morro Branco

Südlich von Fortaleza bildet die Küste eine seltsamen Kulisse aus Sandstein, die Falesias, welche bei Morro Branco so selbstverständlich dastehen, als wären sie immer schon gewesen. Dabei zerbröseln sie in der Hand und werden vom Meer immer weiter zurückgedrängt.
Das verschlafene Fischerdorf ist nur an den Wochenenden überlaufen, wenn die oberen Zehntausend von Fortaleza das Dorf überfluten. Unter der Woche hat man den Strand oft für sich alleine, lediglich an den Falesias direkt neben dem Ort lässt sich der ein oder andere Tagestourist blicken. Bei Ebbe aber kann man am Strand weiter nach Süden wandern, wo die Küste wilder wird, aber nicht weniger schön.
Am Abend, wenn die Fischer zurückkommen, treffen sich die Einwohner am Strand, begutachten den Fang und helfen, die Boote vor der Flut zu schützen.
Die Fischer kehren zurück
Dicker Fang
Eine Herde Buggyfahrer wartet (manchmal vergeblich) auf Kundschaft


Hinweise

Reiseführer Der Rough Guide Brazil, aber auch der lonely planet Brazil verlieren nur ein paar wenige Seiten über diese Region, Morro Branco beispielsweise fällt zugunsten des ähnlichen, aber bekannteren Canoa Quebrada ganz aus den Seiten. Aber wen kümmerts.
 
Transport Die beschriebenen Orte sind gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. zentrale Anlaufstelle ist der Busterminal Rodoviaria. Auch in Fortaleza selbst kommt man am Tag mit dem Stadtbus gut zu fahren. Bei Nacht sollte in Fortaleza ausser an der zentralen Beira Mar, der Uferpromenade nicht auf ein Taxi verzichtet werden.
Organisierte Touren nach Jericoacoara werden auch in der Stadt oder an der Praia do Futuro verkauft.