Pizzo Badile (3309m)

Denkmal aus Stein

Karte Swisstopo

Anreise Zürich - St. Moritz - Malojapass - Bondo

Ausgangspunkt Bondo (822m)

Hüttenzustieg von Bondo folgen wir dem Wanderweg ins Val Bondasca, kurz auf der Strasse an Prä vorbei bis zu den Parkplätzen, die über eine mautpflichtige Strasse erreichbar sind. Auf ca. 1200m bringt uns eine neue Hängebrücke auf die andere Seite der Bundäsca. Der neue Weg gewinnt schnell an Höhe und schmiegt sich dann im Wald an die rechte Talseite bis zum Val Mära Ierta. Durch diesen Graben windet sich nun der Weg spektakulär nach oben, bis er nach rechts hinaus in den lichten Lärchenwald führt. Ziemlich unvermittelt stehen wir bald darauf vor der Capanna Sasc Furä (1906m). 1100hm 21/2-3Std.

In den Gärten von Bondo blüht es überall
Im Val Bondasca zeigt sich die ganze Nordkante 
Der Aufstieg zur Capanna Sasc Füra ist steil, aber kurzweilig
Die Nordkante, ein Denkmal aus Granit
Ordentlich essen ist angesagt, bevor es an die Nordkante geht

Zustieg zur Wand Hinter der Hütte führen zunächst markierte Steigspuren bis oberhalb der Waldgrenze. Mit karger werdender Vegetation auf dem Geländerücken La Plota weisen Steinmännchen in direkter Linie zu den geneigten Platten unterhalb der Nordkante. Über diese -bei Nässe heiklen- Platten steigen wir in eine Verschneidung am linken Rand hinauf zum Punkt 2590m auf dem Grat. 2Std. 700hm

Sonnenaufgang an der Nordkante
Bei Nässe sind diese griffarmen Platten ungemütlich

Nordkante Nun kurz dem Grat folgend, dann nach links in die Nordwand, wo vereinzelte Haken und ein Stand den Weg zurück zum Grat weisen (3a - 4a). Eine erste Stufe umgehen wir rechts, dann über Platten zu einem Aufschwung und einfach bis unter die Rischplatte (3a - 4a). Bis hierher gut am laufenden Seil. Die Rischplatte hat eine kurze unangenehme Stelle, die Reibungskletterei und Vertrauen in den Schuhgummi erfordert (4c), dann wird der Grat wieder einfacher und lehnt sich zurück (4b). Der nächste, längere Aufschwung führt uns kurz leicht in die Nordwestwand (4c), dann wieder auf den Grat zurück und um einen grossen Felsklotz herum (4c). Wir gelangen nun wieder einfacher (4a) bis vor eine senkrechte Wand. Rechts durch einen Spalt oder -wer nicht Platz hat- aussen luftig entlang und über eine Platte in schöner Kletterei (4b)  bis zum Stand unterhalb der Schlüsselstelle. Diese bringt uns gut abgesichert wieder nach links hinaus auf den Grat (5a), hier Ziegenrücken genannt und nochmals plattig hinauf zu einem schönen Stand, der sich für eine Pause eignet. Weiter einfach dem Grat folgend bis unter die Weissen Platten, diese rechts hoch unter die nächste Platte (3a - 4a). Nun wiederum rechts den Bohrhaken folgend kleingriffig bis zum scharfen, ausgesetzten Grat. Nach links in die Verschneidung, wobei am Ende ungemütlich ein Zug um die Felskante führt (4a). Über die Zürcherplatte in Falllinie zum Stand am Ende der Platte (4c). Nach rechts der Verschneidung aufwärts folgend, kurz in etwas weniger festem Fels in die Nordwestwand und gleich zurück zum Grat (4b). Der Weiterweg sieht schwierig aus, hinter der Kante am Grat führt aber eine gutgriffige Rampe von rechts unten wieder nach links hoch auf den Grat und über diesen bis zum nächsten Stand (4b, Achtung Seilreibung). Nun in zwei Seillängen luftig immer direkt auf dem Grat. Den Spreizschritt klettern wir ab (4a). Vom letzten Stand rechts vorbei und entweder auf dem Grat oder rechts davon und am Ende nochmals kurz unangenehm abklettern (3c, eher 4a). Hier machen wir nochmals einen improvisierten Stand dann klettern wir nordostseitig am laufenden Seil ab zu einer Rampe. Am Ende der Rampe bleiben wir links des Grates und steigen an geeigneter Stelle durch die Felsen hoch. Nun ist der Gipfel (3309m) in Sicht und in wenigen Minuten erreicht.

Kletterzeit 800hm 7 - 9Std. (eingespielte Seilschaften bzw. bei bekannter Wegführung auch schneller) 

Ausrüstung 2x50m Seile, 8 Expressschlingen, ein Satz Friends, Bandschlingen, Abseilgerät, Helm, Steigeisen für den Rückweg.

Schwierigkeit eine Stelle 5a, meistens 4a-4c

Hinweis zu den Versicherungen die Stände sind durchwegs gut eingerichtet, an den schwierigen Stellen helfen Bohrhaken, vereinzelt Schlaghaken. Ansonsten über weite Strecken nichts, ein Satz Friends und lange Bandschlingen tun hier gute Dienste. Die Seillängen sind häufig um die 50m oder je nach Seilführung etwas mehr, wir haben uns mit einer Rücklaufsperre geholfen und sind dann parallel geklettert.

Die ersten Seillängen bis zur Rischplatte sind einfach und können am laufenden Seil gegangen werden
Rückblick in die Schlüsselstelle
Am Horizont sehen wir das Monte Rosa Massiv...
...und auf der anderen Seite die Berninagruppe
Oberhalb der Weissen Platten
Die Zürcherplatte ist stukturierter als sie auf den ersten Blick scheint
Die Ausstiegsseillängen sind nochmals luftig
geschafft! Am Gipfel des Pizzo Badile

Abstieg Vom Gipfel folgen wir südostseitig den abschüssigen Steigspuren bis zu einer kleinen Rinne rechts an den Felsen. Hier einmal Abseilen oder abklettern. Am Ende der Rinne ist ein zweiter Abseiler wieder nach links und darunter ein dritter an einem grossen Felsblock, der uns bis zu dem Wegspuren gut 50m unterhalb bringt. Den Wegspuren folgend hinaus bis zu einem Abseilring oberhalb des Wegs am Ende der rechten Begrenzungswand. Wir seilen nochmals gut 50m ab in eine Rinne, dort ist eine weitere Abseilstelle zwischen den beiden parallel laufenden Rinnen. Wir seilen hier ein fünftes Mal gut 40m ab bis ans Ende der Rinne und folgen dort dem Weg nach rechts kurz eben, dann aufwärts und schliesslich steil abwärts zum metallenen Kreuz. Abseiler sechs und sieben bringen uns an den Fuss des Badile, von wo uns Steinnmännchen und Wegspuren den Weiterweg zum Rifugio Gianetti (2534m) weisen. 31/2 - 4Std. 

insgesamt 6 Abseiler bis 50m führen durch die Südseite hinunter.
Wir sind nicht die einzigen Kletterer
Rifugio Gianetti, überfüllt aber gemütlich
Wir finden im Winterraum einen Platz

Rückweg Auch der Rückweg nach Bondo hat es in sich und ist nicht zu unterschätzen. Hinter der Hütte weisen Markierungen den Weg durch die grossen Blocksteinfelder hinauf zum Passo Porcellizzo (2961m). Kurz vor Schluss wird der Weg noch etwas schottrig und so geht es auf der anderen Seite steil und unangenehm hinab. Wir halten uns rechts an den Begrenzungsfelsen. Auf halber Höhe leitet der Weg nach rechts und führt eine Rinne hinab dann gerade hinunter, zum See. Je nach Bedingungen, Jahres- und Tageszeit kann es noch Hartschneereste geben, aufgrund der Steilheit sind dann Steigeisen zu empfehlen. Um den See herum und auf der anderen Seite nun auf einem recht guten Weg hinüber zum wunderschön gelegenen Bivacco Pedroni del Prà (2577m), der sich für eine Pause eignet. Weiter den Markierungen folgend in die Rinne zum Passo della Trubinasca. An Ketten hochkletternd ist auf loses Geröll zu achten (Helm sinnvoll). Auf der anderen Seite teils luftig ebenfalls an Ketten hinunter und entlang einer Rinne im Schutt bis zu den ersten Grasnarben. Nun dem Weg folgend gelangen wir zurück zur Capanna Sasc Furä (1906m) und auf dem Aufstiegsweg zurück nach Bondo. Mit etwas Glück können wir das letzte Stück bei jemandem mitfahren. 71/2 - 8Std. 700hm

Das Rifugio Gianetti
Der Bivacco Pedroni del Prà lohnt für eine Pause

Fotos 4|7|2026 © anitaleitmeyr | michaeldellantonio