Hinterer Brochkogel Nordwand (3628m)

Pitztaler Eis-Express | Light-Version

Die Zeit der Nordwände verschiebt sich mangels Eisunterlage immer mehr in den Frühling und Frühsommer. Daher sind wir auch alleine unterwegs, als wir an diesem kühlen und etwas wolkenverhangenen Samstag im August in die blanke Nordwand des Brochkogels einsteigen. Zu unrecht, denn die Wand weist auch im Sommer manchmal (noch) gute Verhältnisse auf und ist aufgrund der relativ geringen Höhe von gut 250 Metern auch für die Wadl erträglich.

Karte Alpenvereinskarte 30/6 Ötztaler Alpen | Wildspitze 1:25000


Anfahrt Innsbruck - Imst/Pitztal - Mittelberg im Talschluss vom Pitztal

Ausgangspunkt Mittelberg, Bergstation der Stollenbahn Pz-Express (2860m)

Zustieg Von der Bergstation nach Süden zunächst leicht abwärts, dann etwas ansteigend zur Gletscherzunge, welche wir rechts in den Felsen umgehen. Auf dem flachen Gletscherplateau hält man nun auf das Mittelberg-Joch (3166m) zu. Dahinter  ca. 100hm durch Geröll hinunter auf den Taschachferner. Nun queren wir diesen und folgen der mit einigen versteckten Spalten gespickten Rampe, welche in einem weiten Rechtsbogen bis auf das Plateau unterhalb der Nordwand des Brochkogels führt. 3h 700hm

In Falllinie des Gipfeleispilzes über den Bergschrund und die Wand hoch. Wir halten uns eher links, um den Steinen, die sich ab und an in der rechten Wandhälfte lösen, zu entgehen. Unterhalb der Gipfelwächte führt eine Eisrampe nach links und geht in den Nordostgrat über. Dieser folgen wir steil auf den Rücken und erreichen nach wenigen Metern den Gipfel (3628m).
Abstieg Über den Südostgrat steigen wir in luftiger, aber einfacher Kletterei (II) in einer guten halben Stunde ab bis zum tiefsten Punkt des Grates und wechseln dort wieder auf den Gletscher. Bei reichlicher Schneelage kann man auch schon früher absteigen. An geeigneter Stelle überqueren wir den Bergschrund und queren den Gletscher zum Fuss der Nordwand. Über den Aufstiegsweg zurück zum Ausgangspunkt. Wer -wie wir- die letzte Bahn verpassen sollte, hat die Möglichkeit, über den (im Sommer offiziell gesperrten) "Notweg" über den Gletscher und dann auf gutem Fahrweg ins Tal abzusteigen.

Wand 250hm 55°

Aufstiegszeit je nach Bedingungen 2-3h

Wiedermal gedacht wir gehen einfach drauflos und werden dann schon auf dem richtigen Weg sein. Wiedermal geirrt...
Und da ist sie: Die Brochkogel-Nordwand
Und los gehts. Der Bergschrund stellt trotz Blankeis in der Wand noch kein Problem dar
Bergsteiger auf der Petersenspitze
In der vorletzten Seillänge unterhalb des Gipfeleispilzes
Abstieg über den Südost-Grat (Stellen II)

 fotos © arminklauser | michaeldellantonio